Sonntag, 14. Januar 2018

Tag 5: WE Check!

Heute war ein richtig entspannter Tag. Schön.

Wir haben lange geschlafen, Brötchen vor der Haustür gefunden, die Oma dorthin gelegt hat, und dann ganz gechillt gefrühstückt mit Nutella aufs Brötchen (sonntags ist Nutella-Tag). 

Wir haben zusammen gekocht.

Wir waren bei eisigen Temperaturen aber Sonnenschein spazieren. Durchgefroren wieder Zuhause angekommen gab es heißen Kakao für die Mädels und einen Cappuccino für mich, während der Babyboy fröhlich in seiner Wippe hin und her wippte und vor sich hin quietschte. 

LENI gab ihm abends die Flasche, während ich LISCHEN bettfertig machte und ihr ihr Gute-Nacht-Lied sang und LORE beim lesen ihres Lese-Übungstextes zuhörte. Große Mädchen sind was tolles! <3 Der Babyboy heulte nicht ein einziges Mal. 

Jetzt sind bereits alle vier Kids im Land der Träume, und ich sitze entspannt auf der Couch und lasse den Abend ausklingen. Das erste WE - Check! 

Samstag, 13. Januar 2018

Tag 4

... ist abgehakt, und damit auch schon die Hälfte des ersten Wochenendes allein zuhause.

Auch den ersten Zusammenbruch eines der Mädels haben wir hinter uns. LORE. Aber von Anfang.

Gestern konnten wir tatsächlich ganz spontan das erste Mal mit Papa skypen. Es dauerte eine Weile, bis die Verbindung stand, aber dann lief es. Mit fünf Leuten vor der kleinen Laptop-Kamera etwas eng, aber irgendwie passten wir zeitweise tatsächlich alle aufs Bild. Hin und wieder purzelte einer oder zwei oder mehrere raus, aber es ging. Wir konnten Papa ALLE sehen! 

Als es dann aufs Ende hin zulief, merkte ich schon, wie sich LORE's Stimmung verschlechtere. Dann verschwand sie irgendwann. Wir verabschiedeten uns vom Papa, und ich ging ihr hinterher ins Zimmer. Und dann brach der Damm. Sie heulte und schluchzte und kriegte sich gar nicht mehr ein. Arme Maus. Meine arme kleine Maus. "Ich vermisse Papa so doll!", schluchzte sie. 
Jetzt ist ihr so richtig bewusst geworden, dass er echt eine ganz verdammt lange Zeit weg ist und nicht am Wochenende nach Hause kommt. Ich hielt sie und verkniff mir selbst ein paar Tränchen, versicherte ihr aber immer wieder, dass es in Ordnung sei, wenn sie traurig ist. Bin ich schließlich auch. Und das darf man auch sein. 

Zum Glück konnte ich sie dann ablenken. Sie hatte eine Spielverabredung, und eigentlich sollten wir längst auf dem Weg zu ihrer Freundin sein. Also trockneten wir die Tränen, packten alle Kinder ein und brachten LORE weg. 

An der Haustür von ihrer Freundin dann aber der nächste Dammbruch. Und diesmal brach es auch bei mir und es kullerten Tränen. Wir heulten kurz gemeinsam - und selbst die Mutter ihrer Freundin blinzelte aus Solidarität ein paar Tränen weg. 

Der Nachmittag selbst tat LORE dann sehr gut. Sie hatte Ablenkung, und abends war von ihrem Zusammenbruch nichts mehr zu merken. Aber es tut so weh, die Kinder so leiden zu sehen. Es ist so schwer, stark zu sein und stand zu halten, obwohl man selbst zusammenbrechen möchte. Und das allerschlimmste ist, zu wissen, dass wir erst am Anfang stehen, dass es nicht das letzte Mal sein wird, dass immer wieder schlechte Tage oder Momente auf uns zukommen werden, die wir irgendwie meistern müssen. 

Puuh ....

Donnerstag, 11. Januar 2018

Tag 2: Nachricht aus dem Wüstenland

Der Adler ist gelandet!

Endlich habe ich heute morgen vom Mann die Nachricht bekommen, dass er gut angekommen ist und Telefon und Internet - ja, auch WhatsApp!!! - auf einem guten Weg sind und uns zumindest ein bisschen über die Distanz und die lange Zeit verbinden können! 

Die Kinder sind außer sich und wollen am liebsten sofort mit Papa skypen. Ich bin gespannt, wann das das erste Mal klappen wird. 

Tag 2 so gut wie abgehakt! (Ein imaginäres Häkchen eingefügt.)

Mittwoch, 10. Januar 2018

Tag 1: Er ist fort

Heute Nacht war es soweit: Abschied nehmen vom Mann für 4-5 Monate im Wüstenland.

Die Tränen sind versiegt. Das Haus unglaublich groß und leer. Die Kinder sind wie gewohnt zur Schule und im Kindergarten - und eins natürlich hier zuhause. Alles wie gewohnt. Wie immer. Und doch fehlt da jemand. Er ist fort ...

Noch ist alles für mich irgendwie irreal. Kommt er nicht heute Abend wieder nach Hause? So wie immer? Er kann doch unmöglich erst im Sommer wieder hier sein ...
Ich kann es noch gar nicht glauben. 

Alles wie gewohnt. Wie immer. 

Das große Realisieren kommt sicher noch. 

Dienstag, 2. Januar 2018

Gestohlene Zeit

Das IN wurde so mir nichts dir nichts drei Wochen nach vorne verschoben. Einfach so.

Gestohlene Zeit.

Ich könnte heulen.

Aus gestern noch zwei Monaten werden morgen wenige Wochen,  nein Tage ...

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Funkeln im Dunkeln

Wie das Motto der ARD-Radionacht (LENI hat in dieser Nacht mit ihrer Klasse in der Schule übernachtet) so sollte auch ihr diesjähriger Kindergeburtstag lauten. Ihr 9. mittlerweile schon. Und da Mama ja gerne kreativ ist, habe ich versucht, all ihre Wünsche zu berücksichtigen. Schatzsuche und Stockbrot / Marshmallows über dem Lagerfeuer.

Zum "Funkeln im Dunkeln" luden wir die Kinder am letzten Samstag von 17 bis 20 Uhr zu uns ein. Nachdem die Geschenke mithilfe einer Taschenlampe anstelle der Flasche zum Taschenlampendrehen ausgepackt wurden, ging es los zur Schatzsuche im Dunkeln.

Ich las vor:
"LENI hat neulich auf dem Dachboden einen alten Brief von ihrem Ur-Ur-Großvater aus dem Jahre 1878 gefunden, in dem die Rede von einem "Schatz der Spanier" war. Wenn ihr euch auf die Suche nach diesem Schatz begeben wollt, zieht euch an und folgt dem Funkeln im Dunkeln.
Bei jedem Leuchten wartet eine Entscheidung auf euch! Trefft diese immer gemeinsam!"

Wir zogen uns warm an und gingen, bewaffnet mit Taschenlampen, nach draußen. Die Aufgabe der Kids war es, das "Funkeln im Dunkeln" (ich hatte Knicklichter verteilt) zu finden. Jedes Licht war eine Station, an der sie sich entscheiden mussten, was sie als nächstes tun wollen. Hier die verschiedenen Stationen:

1. Wenn ihr nach Spanien fliegen wollt, um dort vor Ort nach dem Schatz zu suchen, geht links entlang. Wenn ihr einen befreundeten Schatzsucher um Hilfe fragen wollt, geht rechts entlang.

-> links bis zum nächsten Licht: Die Suche in Spanien war erfolglos. Bittet Senior Martinez, euren befreundeten Schatzsucher, um Hilfe!

2. Senior Martinez hat bereits vom "Schatz der Spanier" gehört. Er vermutet ihn in Mexiko, wo einst die Spanier die Urvölker unterdrückt haben. Wenn ihr mit Senior Martinez nach Mexiko reisen wollt, geht geradeaus. Wenn ihr weiter in Büchern nach Hinweisen suchen wollt, geht rechts entlang.

-> rechts: Ihr konntet keine weiteren Informationen finden. Bleibt nur der Hinweis auf Mexiko.

3. In Mexiko angekommen, erwarten euch rätselhafte Andeutungen auf einen sagenumwobenen Schatz, der verschollen ist. Senior Martinez spricht mit einer alten Frau, die ein wenig verrückt aussieht und wirres Zeug plappert.
Wenn ihr mit ihr reden wollt, geht geradeaus. Wenn nicht, trennt euch von Senior Martinez und geht zurück zur Abzweigung nach rechts.

-> zurück: Ihr seid nun auf euch alleine gestellt. Was wollt ihr tun? Vielleicht redet ihr doch mit der alten Frau?!

4. Die Frau erzählt von einer goldenen Tafel, die tief im Dschungel versteckt sein soll. Ihr beschließt, ihren Hinweisen zu folgen und nehmt euch einen Führer durch den Dschungel Mexikos. Schon steht ihr vor einer mit Pflanzen überwucherten Felswand, auf der sonderbare Zeichen und Bilder zu sehen sind.
Versucht ihr herauszufinden, was die Zeichen und Bilder bedeuten, geht rechts entlang. Ignoriert ihr die Zeichen und sucht auf der anderen Seite der Wand nach einem Eingang, geht links entlang.  

-> rechts: Ihr habt herausgefunden, dass die Zeichen auf einen Eingang auf der anderen Seite der Wand verweisen. Geht zurück zur Kreuzung und dann geradeaus.

5. Ihr habt den Eingang gefunden. Schwere Steintreppen winden sich hinunter in die Dunkelheit. Steigt ihr hinab in die Höhle?! Na klar.
Sucht hier nach dem Funkeln im Dunkeln!

(Die Kinder finden die Tafel aus Gold mit vielen Maya-Glyphen beim nächsten Knicklicht.)

6. Senior Martinez ist sich sicher: Das ist die sagenumwobene Tafel aus Gold, der "Schatz der Spanier"! Doch was sind das für seltsame Zeichen? Wovon handeln sie?
Wenn ihr herausfinden wollt, wovon die Tafel erzählt, geht geradeaus weiter. Wenn ihr mit dem "Schatz der Spanier" nach Hause fahren wollt, geht zurück zum Ausgangspunkt und beantwortet dort eine letzte Frage.

7. Ein befreundeter Sprachforscher hat herausgefunden, dass es sich bei den Zeichen um Maya-Glyphen handelt. Die Tafel berichtet von einer versunkenen Stadt im Meer, die noch einen viel größeren Schatz birgt.
Wenn ihr weiter über die versunkene Stadt forschen wollt, geht links entlang. Wenn ihr es lieber auf sich beruhen lassen wollt, geht zurück zum Ausgangspunkt und beantwortet dort eine letzte Frage.

8. Ihr seid auf einem Schiff auf dem Meer. Die Hinweise haben euch zu einer Stelle geführt, die man Bermuda Dreieck nennt. Hier verschwinden immer wieder Menschen und ganze Schiffe! Und manchmal tauchen sie nie wieder auf.
Traut ihr euch dennoch hinabzutauchen und den Meeresgrund abzusuchen, sucht hier. Bleibt ihr auf dem Schiff, geht geradeaus.

(Die Kinder finden kleine Fingertaschenlampen als Gadget, um die Suche voranzutreiben.)

9. Ihr habt Ausrüstung für euren Tauchgang gefunden / bekommen. Es ist soweit! Ihr taucht Meter um Meter ins tiefschwarze Meer hinab. Geht den Weg entlang bis zum nächsten Funkeln im Dunkeln!

10. Hier ist sie also, die versunkene Stadt! Könnt ihr sie sehen? Der Schatz muss ganz in der Nähe sein!

(Die Kinder suchen den Schatz und finden eine Schatztruhe voll mit Muscheln, Perlen und Goldbarren. Ich nehme immer Twixx, das essen sie alle immer gern :))

11. Ihr habt den Schatz der versunkenen Stadt gefunden. Ihr habt ein großes Rätsel der Menschheit gelüftet. Erzählt ihr anderen davon? Oder hütet ihr das Geheimnis, dass es die Stadt im Meer tatsächlich gibt?

(Die Kinder diskutieren auf dem Heimweg die gestellten Fragen und beantworten diese zuhause.)

Wir hatten knapp 90 Minuten für die Schatzsuche gebraucht! Die Kinder waren durchgefroren und bekamen zum Aufwärmen heißen Kakao oder Kinderpunsch. Die Fackeln brannten im Garten und das Lagerfeuer hatte der Mann auch schon angefacht. Jetzt konnte es Stockbrot und Marshmallows geben. Es wurde richtig gemütlich - abgesehen von dem kleinen Regenschauer, aber im Dezember muss man ja irgendwie mit schlechtem Wetter rechnen.

Als alle gesättigt waren, gab es noch ein/zwei Spiele im Dunkeln - und dann war es bereits 20 Uhr und alle Kinder wurden abgeholt. Das war wirklich ein richtig chilliger Geburtstag! (Im Sommer wahrscheinlich noch chilliger, aber auch im Winter super!) Und LENI war glücklich - und ihre Gäste, glaub ich, auch! <3 

Mittwoch, 29. November 2017

Das IN

... rückt jeden Moment ein kleines bisschen näher. Noch haben wir gute zwei Monate, ehe wir den Mann in den nächsten Einsatz verabschieden müssen, aber diese Vorbereitungszeit macht mich fertig. 

Die Ausrüstung wird gepackt. Die Kiste bald geschickt. 

Letzte Anschaffungen. Für zuhause. Für das Einsatzland. 

Vollmachten. Kinder. Ärzte. Banken. Usw.

Einweisungen in technische Gerätschaften. 

Und überhaupt. Die vier Kinder müssen darauf vorbereitet werden. Die Mädels wissen, dass Papa bald lange Zeit nicht da sein wird, verstehen tun sie es jetzt noch nicht. LENI wird bald 9, die registriert jedes einzelne Wort, das wir heimlich über den Einsatz sprechen. Das Verstehen wird irgendwann kommen - oder es ist schon da, nur zeigen tut sie es nicht. 

Und ich könnte heulen in jeder stillen Minute. Zum Glück gibt es davon im Moment nicht allzu viele, so dass ich gar nicht viel Zeit habe, mich umgehend mit dem Thema zu befassen. Man (Frau) funktioniert ...