Dienstag, 12. Februar 2013

Mama ist krank

- was tun? Dachten sich wohl gestern die beiden Mädels und der Ehesoldat. Ja, was passiert, wenn Mama krank ist und so gar nicht kann? Da muss dann mal kurzfristig das halbe Familiennetzwerk einspringen. 

Ein blöder Magen-Darm-Infekt hatte sich bei mir breit gemacht, ein ziemlich ausgewachsener, so dass ich die Nacht von Sonntag auf Montag im Badezimmer verbracht habe, dazu den gestrigen halben Tag. Immer wieder schön, am darauffolgenden Tag auf die Waage zu steigen und festzustellen, dass mal eben so 2 Kilo fehlen. Aber auch kein Wunder hatte ich doch gerade mal geschafft 5 Salzstangen und eine halbe Banane zu essen. Die fehlenden Kilos waren dann mein Highlight heute morgen! Etwas gutes muss das ganze ja haben. 

Aber zurück zum Thema. Mama war also krank. Und ich konnte wirklich mal so gar nicht, außer zu stöhnen, zu spucken und im Bett zu liegen. Ich dachte die ganze Zeit nur so bei mir "Ein Glück passiert das noch jetzt, so lange der Ehesoldat Zuhause ist und Urlaub hat. Wie soll ich das bloß managen, wenn er erstmal weit, weit weg ist?" Aber darüber musste ich mir ja nun keine Sorgen machen. Der Mann hat die Kinder versorgt und bespasst, ja sogar bekocht! Natürlich lief das gestern hier ein bisschen anders ab als sonst, und viel langsamer, ist er ja auch nicht so geübt in den alltäglichen Dingen. Der Trotzkopf durfte vom Kindergarten Zuhause bleiben, es wurde auch ein, zwei Minuten länger fern gesehen. Und nachmittags kam Oma zum Spielen und Spazierengehen. Der Haushalt blieb Haushalt. 

Als ich dort alleine im Bett lag, dachte ich: "Es funktioniert also doch, ohne Mama." Ich konnte mich ganz auf mich konzentrieren und Kinder mal Kinder sein lassen. Die würden das schon machen, mal so einen Tag ohne mich. Und Papa könnte mal sehen, dass auch mein Tag anstrengend sein kann, Kinder und Haushalt eben auch Arbeit sind. 

Und dennoch: Zum Glück bin ich heute wieder voll und ganz belastbar. Es läuft bereits wie jeden Tag! Im Haushalt hab ich allerdings einiges nachzuholen. ;)

Sonntag, 10. Februar 2013

Sisyphusarbeit


Wie ihr vielleicht wisst, ist heute die sogenannte "Sisyphusarbeit“ ein geflügeltes Wort für eine sinnlose und dabei schwere Tätigkeit ohne absehbares Ende. Es kommt aus der griechischen Mythologie, wo Sisyphus nach seinem Tod von Zeus auf Ewigkeit dazu verdammt wird, immer wieder einen Marmorblock einen Berg hinaufzubringen, der kaum oben angekommen wieder hinunterrollt. 

So oder so ähnlich ergeht es mir, wenn ich den Frechdachs mal zwei Minuten alleine im Zimmer lasse. Dann wird Gas gegeben, was das Zeug hält, und das kommt dabei raus. Sie hat ihren Spaß dabei, ihre Wickelkommode einmal ratzi fatzi leer zu räumen, und trohnt schließlich stolz im weißen Meer aus Windeln. Wenn ich dann mal ganz schlecht aufgepasst habe, hat sie auch noch all ihre Feuchttücher aus der Packung gerissen und freut sich einen Keks. 


Mama verdreht die Augen, schmunzelt leicht und dann geht's ran an die Arbeit. Immer wieder schön, all die Windeln wieder in die Kommode zu räumen. Und das mache ich ungefähr 20 mal am Tag! Kann Mama ja nicht so lassen! Wer also denkt, dass mir langweilig wäre - niemals! ;) Ich hab schließlich immer allerhand zu tun.

Samstag, 9. Februar 2013

Und diese Bienen ...

... die ich meine, heißen Maja und Willi. ;)



Gestern war Kinderfasching im Kindergarten. Lange Zeit vorher gab es viele Diskussionen, als was sie denn nun gehen wolle. PRINZESSIN war der absolute Herzenswunsch. Aber als Prinzessin geht doch eigentlich jedes Mädchen, auch das Trotzköpfchen im letzten Jahr! So konnte ich sie mithilfe all meiner Überzeugungskraft im Vorfeld davon überzeugen, dass Mamas Bienenkostüm (genau, ich selbst hatte das Kostüm mit 4 Jahren beim Fasching an!) genau das richtige für sie ist. So von wegen wie die Mutter so die Tochter! So oder so ähnlich! ;)

Als wir am Morgen im Kindergarten eintrafen, tat sich vor uns ein Meer von rosafarbenen Kleidern auf, besetzt mit Glitzersteinchen, verziert mit Blümchen. Alle Mädchen schön gemacht mit Krönchen, Handschuhen und/oder Zauberstäben, manche auch mit Flügeln als Feenprinzessinnen. Ein Traum in Pink. Auf der anderen Seite eine Meute von Piraten oder Rittern. Und dazwischen unsere kleine Biene Maja.

Auf den Laufsteg durfte sie dann ganz stolz ganz alleine. Als einzige Biene weit und breit im ganzen Kinderverkleidungsparadies, zwischen all den Prinzessinnen und Feen, den Rittern und Piraten, vereinzelt auch ein paar Pippi Langstrumpfs oder Marienkäfer, sogar Pferde, Löwen und Tiger, präsentierte sie glücklich Mamas altes Kostüm, gepimpt mit neuen Riesenfühlern.

Zuhause ging der Verkleidungsspaß dann weiter, und auch der Frechdachs musste umgestylt werden. Eine Maja braucht schließlich einen Willi an ihrer Seite! Sogar der Ehesoldat sollte im grünen Flecktarn den Flip mimen, und Mama war mit blauem Pullover die geheimnisvolle Blume, an der man oder Biene lecker Nektar schlecken konnte. 

Mittwoch, 6. Februar 2013

Der ...

... letzte Arbeitstag des Ehesoldaten ist heute. Ab morgen genießen wir noch ein paar Tage traute Zwei- bzw. Viersamkeit, ehe es dann positiv gesehen in den 3-Mädelhaushalt geht. Ob ich lachen oder weinen soll, weiß ich, ehrlich gesagt, nicht. Meine Gefühle sind mal wieder sehr zwiespältig. Ich freue mich natürlich, dass die letzten Tage nur uns gehören, nur für mich und die Kinder bestimmt sind. Aber ich habe auch Angst, dass wir uns viel zu doll aneinander gewöhnen (vor allem die Kinder), und es dann umso schwerer fällt, Auf Wiedersehen zu sagen. Von 100 auf 0 quasi, was Papa's Anwesenheit angeht. Ob das so gut ist? Ich weiß es nicht. 

Wie man es dreht und wendet, Einsatz ist einfach doof. Wie schaltet man bloß den Kopf ab? Ich werd's versuchen. Aus. 

Dienstag, 5. Februar 2013

Was schreiben?

Ich habe das Gefühl, mich ständig zu wiederholen, rumzuheulen und furchtbar zu nerven - hier. Aber es ist ja so. Diese letzten Tage vor der Soldatenabreise machen mich fertig, wahnsinnig. Und genau das war beim ersten Einsatz 2010 leichter, weil man nicht wusste, wie es sein wird, weil man nicht wusste, was auf einen zukommt. Diesmal weiß ich, dass es wohl keine tränenreichen hollywoodgleichen Abschiedsszenen mit heißen Liebesschwüren geben wird. Ich weiß, wie lang die Zeit alleine hier werden kann, wie kräftezehrend und einsam. 

Und ich habe Angst, dass ich das alles hier nicht wuppen kann! Ich mache mir ständig Gedanken, und das macht mich wahnsinnig. So blöd das klingen mag (und ich wiederhole mich bestimmt zum 100. Mal), ich wünschte wirklich, wir hätten den Tag X schon hinter uns. Dann müsste ich mir keine Gedanken mehr machen, dann müsste ich nur noch handeln und funktionieren. Und das klappt dann bestimmt auch. 

Je näher der Tag X rückt, desto hysterischer werde ich. Ich trieze den Mann noch dies und jenes zu erledigen. Das zu kaufen, dies zu räumen, jenes zu organisieren. Und das nervt mich selber, sollten wir doch eigentlich die wenige verbleibende Zeit genießen! Die Zeit vorher ist hier die schlimmste - denke ich. 

Sonntag, 3. Februar 2013

Detailverliebt

Ich höre sein leises Atmen neben mir. Atemaussetzer und zwei, drei kleine Schnarcher. Dann hebt und senkt sich die Brust wieder im selben Rhythmus. Ich sehe sein vom Schlaf entspanntes Gesicht. Jedes Detail präge ich mir ein, sauge es in mich auf. Verliebt bin ich in diese sanften Augen, in das markante Kinn. Ich liebe seine starken, behaarten Unterarme und kann es nicht lassen, sie zu berühren, sie zu streicheln. Meine Finger umfassen seine Finger.

Ich atme tief ein und rieche ihn, seinen ganz eigenen Männergeruch. Ich genieße diesen Moment der Stille und versuche jede Kleinigkeit, jedes Detail an diesem Mann neben mir zu verinnerlichen, zu speichern. Muss ich doch 26 lange Wochen davon zehren. Irgendwann wird er nicht mehr da sein - irgendwann wird dieser Moment vergehen.

Samstag, 2. Februar 2013

Apropo ...

... Elterngespräch. Dieses besagte Gespräch habe ich genutzt, um der Erzieherin mitzuteilen, dass der Mann demnächst für 6 Monate (davon gehen wir mal aus) in den Einsatz geht. Die Große weiß Bescheid, aber man kann ja nicht absehen, wie sie mit der Situation umgehen wird. Sollte es zu Auffälligkeiten kommen, würde ich darum bitten, dass man mich informiert. Ansonsten bitte ich um etwas Verständnis, wenn sie anders ist als sonst (zickiger, trauriger oder oder oder). Und auch dann Info an mich. 

Ich finde es wirklich schwer, einzuschätzen, wie das Kind reagieren wird, wenn Papa einfach ganz ganz lange nicht nach Hause kommt. Beim ersten Einsatz 2010, da war sie noch so klein. Da habe ich mir nicht so viele Gedanken gemacht. Es lief irgendwie, und sie hat ziemlich schnell akzeptiert, dass Papa nicht mehr da war. Aber nun? Mit 4? Das macht mir wirklich mehr Sorgen als über mich selbst nachzudenken. Oder über die Kleine. Die ist in etwa so alt, wie das Trotzköpfchen beim ersten Einsatz war. Und da klappte es ja gut. 

Und ich werde funktionieren und die Zeit abreißen. 

Aber mit 4 Jahren bekommt man doch schon etwas mehr mit als mit 1 Jahr und ein paar Monaten. Wir werden sehen. Ich kann es ja doch nicht ändern. Der Kindergarten weiß wenigstens Bescheid, und ich hoffe dort auf Unterstützung und Verständnis. Wir werden sehen.